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Der Brandpfeil |
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Beigesteuert von Cormac der Schwarze
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Hier ist sie, die ultimative Anleitung für den (fast) mittelalterlichen
Feuerpfeil. Ungefährlich zu bauen, einfach in der Handhabung und ohne
Hightechwerkzeug zu entzünden.
Die Ära der Wunderkerzen ist nun ein für alle mal vorbei! Seht und
staunet über das, was unser Freund Filnek erdachte und in zahlreichen Experimenten
entwickelte.
Seht den Schein der Revolution in Eisen und Schwefel.

Ich habe ein neues, tatsächlich ungefährliches Rezept ausgearbeitet und
erprobt, das sich einer überdurchschnittlich hohen Erfolgsquote
erfreuen darf. Hier seht ihr handelsübliche, feine Eisenwolle, Schwefel
aus der Apotheke und einen Pfeil, den ich noch nie leiden konnte, da
seine Wicklung gleich nach dem ersten Schuss kaputt war.

Zieht die Eisenwolle der Fläche nach auseinander, und ihr habt einen
dünnen "Teppich" aus Eisenwolle. Wenn ihr die dicke, im Rohzustand
vorliegende Schicht Eisenwolle nicht aufspaltet, wird der Pfeil nur
unnötig schwer. Achtet darauf, dass der Teppich nicht größer ist als
10cm x 10cm - mehr ist nicht nötig.

Drückt anschließend den dünnen "Teppich" mit dem Handballen fest - er wird dadurch dünner und breiter, aber vor allem dichter!

Streut nun ein wenig Schwefel auf den dichtgedrückten Teppich. Schwefel
dient in dieser Mischung nur als Brandunterstützer und ist nicht
unbedingt erforderlich, daher müsst ihr nicht so viel nehmen.

Streicht anschließend den Schwefel mit dem Pfeil glatt - macht ein
"Butterbrot": Der Schwefel ist am effektivsten, wenn er überall
gleichmäßig, dünn in das Gewebe der Eisenwolle eingestrichen wurde.

Rollt nun den "Teppich" um den Pfeil: Dadurch entstehen, wie in einer
Bisquitrolle, mehrere Schichten. Zwirbelt die Enden ein wenig am Pfeil
fest, das erhöht die Stabilität dieser filigranen Konstruktion.

Um die Stabilität weiter zu erhöhen können eine Kerbe hinter...

... und vor der Brandmischung in den Schaft eingelassen werden. Ihr
könnt natürlich auch Draht um die Mischung wickeln - halte ich durchaus
für sinnvoll, habe ich hier aber nicht gemacht.

Perfetctionistus sum: Hab ich Schelm doch die Spitze gleich mitgeschliffen.

Anzünden: Der kleinste Funke setzt die Eisenwolle bereits in Glut.
Einmal kräftig reinpusten, und es - schwelt. Oooh, große Enttäuschung?
Keine Sorge, es wird schon noch brennen: In diesem schwelenden Zustand
ist die Brandmischung deutlich weniger gefährlich für Sehne und Bogen;
weiterhin wird das Holz des Pfeils nicht angegriffen, was bedeutet,
dass man sich mit dem Abschießen des Pfeils nicht hetzen muss.

Na so was: Nach dem Schuss brennt noch immer nichts? Irrtum: Das
Sonnenlicht überdeckt auf dieser Photographie die Flamme. Warum brennt
es erst jetzt? Nun, ganz einfach: Durch den Wind beim Flug wurde die
schwelende Brandmischung mit genug Sauerstoff versorgt, um den
kompletten Schwefel zu entzünden. Die Eisenwolle brennt - dank des
durch die Hitze flüssig und gasförmig gewordenen Schwefels.

Heiß und fettig: Hier sieht man die Flamme schon um einiges besser. Der
dunkelbraune Dampf um den Brand ist der Schwefel, der in den
gasförmigen Aggregatzustand gewechselt hat. Riecht übrigens
interessant. Wenns nach mir ginge, ich würde am liebsten immer nach
Birkenteer, Leinenöl, Schwefel, Kiefernholz, Schweinefett,
Schmiedestahl und verbrennender Eisenwolle riechen. Welcome to Filneks
world ^-^

Für alle die es immernoch nicht glauben (können), hier nochmal Flamme,
Glut (die, wie hier schön zu erkennen, von außen zum Kern hin gewandert
ist) und Schwefeldampf.

Was Bleibt: Ein kaputter Pfeil und etwas Eisensulfid. Man kann den
Pfeil übrigens schonen, wenn man ihn mit genug Schwefel umgibt und den
direkten Glutkontakt zur Eisenwolle vermeidet. Der flüssige Schwefel
ist nicht heiß genug, um das Holz zu beschädigen und ist meist nicht
vollständig verdampft, bis die Eisenglut erloschen ist. So hatte ich
nach den Experimenten oft einen nur leicht angebräunten Pfeil, nur
selten einen verkohlten.
(mit freundlicher Genehmigung von Filnek)
WICHTIG:
Ich muß hier noch ausdrücklich darauf hinweisen, daß man mit
Brandpfeilen jede Menge Schaden anrichten kann! Bitte achtet beim
Ausprobieren vor allem auf Sicherheit!
Immer erst prüfen, ob das Zielgebiet auch nicht leicht brennbar ist. Am
besten ist eine Sand-/ Schottergrube. Wenn's denn eine Wiese sein soll,
erstmal testen, ob sie auch schön grün und feucht ist! Niemand möchte
hoffentlich einen Waldbrand auslösen oder Nachbars Villa abfackeln!
Ansonsten wünsche ich viel Spaß und ein stimmungsvolles Brandpfeilschießen!
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Letztes Update ( Donnerstag, 11 Mai 2006 )
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