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Mittelalterliche Walpurgisnacht am Ennser Georgenberg 2011 |
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Beigesteuert von Einrun
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Auf mehreren Hochzeiten bzw. Festen gleichzeitig tanzen können – wie schön wäre es gewesen, hätten wir diese Fähigkeit am 30.04.2011 besessen!
Zwei Mittelalterveranstaltungen am selben Tag, noch dazu von zwei Gruppen organisiert, die uns beide am Herzen liegen – da war die Wahl schwierig. Schließlich blieb nur eines: während der Großteil der Gruppe zum Althing des Bjornfolk pilgerte und dort bei den Wettkämpfen hoffentlich grandios abschnitt, begab ich mich zur Walpurgisnach in Enns, wo Civium Anasi (= Ennser Bürger) ein kleines, aber höchstfeines Fest feierten.
Anfangs schien es, als würden wir alle im wahrsten Sinne des Wortes baden gehen. Während am Vormittag die Sonne noch gnadenlos herunter gebrannt hatte, vollzog der Himmel wenig später eine komplette Kehrtwendung. Bis zum Beginn des Festes schien das Barometer immer noch auf Sturm zu stehen. Doch mußte irgendjemand besonders fleißig und laut gebetet haben, denn pünktlich um 17 Uhr zum Start des Umzugs hellte es auf. Sonnenstrahlen brachen durch das schon recht dichte Grün der alten Bäume im Ennser Schloßpark und kündigten einen lauen Abend an. Bis zum Einbruch der Dunkelheit trübte keine Wolke die abendliche Idylle mehr.
So zog der kleine Festzug der Ennser Bürgerschaft mit selbst angefertigten Hexenmasken, die schaurig schön anzusehen waren, auf den Wiesenplatz unter jener Stelle, wo einst die Georgenberger Handfeste geschlossen worden war. Begleiteten anfangs nur wenige Besucher den Umzug, so kamen im Laufe des Abends doch noch zahlreiche Gäste hinzu, die sich vom überraschend schönen Wetter aus ihren Behausungen hatten locken lassen. Bis das Feuer entzündet wurde, hatte sich schließlich eine ansehnliche Gästeschar angesammelt, die es sich in der Taverne von Civium Anasi bei Met und einem leckeren Linseneintopf gemütlich machte oder den Flammen zusahen, die alsbald in den nächtlichen Himmel schlugen. Auch einige Gewandete kamen, um mit den Ennser Bürgern einen gelungenen Abend zu verbringen.
Besonders für die Kleinen war die Ennser Walpurgisnacht ein großes Erlebnis. Sie konnten Hexenmasken aus Papier basteln, sich am Steckenpferd im Kranzerlstechen und in anderen mittelalterlichen Disziplinen üben oder mit dem Feuerkünstler Franz Wieser eine Brücke bauen, die ohne Nägel auskommt und auf eine Konstruktion von Galileo Galilei zurückgeht. Die Haltbarkeit wurde von vielen begeisterten Kindern und Franz selbst getestet und sogar von Erwachsenen bestaunt. So haben auch wir Großen wieder etwas dazu gelernt – dank Franz! Zu späterer Stunde erhellte er dann gemeinsam mit seiner Kollegin den nächtlichen Himmel, zauberte mit seinen Darbietungen Muster in die Nacht und schwang brennende Stäbe, Keulen und Fächer in atemberaubendem Tempo.
In demselben atemberaubenden Tempo verging leider auch die Zeit. Kaum hatten wir zu den Klängen von Laute und Trommel ein wenig das Tanzbein geschwungen, schlug es schon von der nahen Kirche Mitternacht. Mit schönen Erinnerungen im Gepäck machten wir uns schließlich auf den Heimweg.
Für nächstes Jahr hoffe ich, dass wir uns nicht mehr teilen müssen und beide Feste vereint besuchen können. Der 30.04.2012 ist jedenfalls in meinem Kalender für das nächste Jahr schon markiert und mit der Bemerkung „Walpurgisnacht Civium Anasi / Enns“ versehen.
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Letztes Update ( Mittwoch, 18 Mai 2011 )
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