
Vor nicht allzulanger Zeit stand eine Kuh noch fröhlich auf der Weide. Doch dann kamen die Furoren und das arme Tier war um den Kopf kürzer. (kleiner Scherz) Diesen wollten wir nämlich als Lagerdekoration auskochen.
Also machten wir uns ans Werk - die einen mit frohem Mut, die anderen mit zweifelnden Blicken. Einen genauen Bauplan für unsere Kochstelle zu geben wäre sehr vermessen. Man nehme:
- ein Loch im Boden - zum Einen wegen dem Zug, zum Anderen damit die Asche nicht im Feuer bleibt.
- ein Gitter
- Ziegel
- einen Kochtopf - in unserem Fall eine uralte aber noch dichte Blechwanne
- jede Menge Holz und Kohle.
 Rein mit dem Schädel in die Wanne und los geht’s! Um ca. 10 Uhr vormittags fachten wir ein wahres Höllenfeuer an und dieses wurde von den Heizern des Teufels (Aiden und Fiona) bis zum bitteren Ende gehalten.
Die Wassermenge in der Wanne wurde Schritt für Schritt gesteigert, sodass um ca. 12 Uhr die Wanne voll war und die Suppe kochte. Als Topfdeckel mussten einige Bretter herhalten.
Erfahrungsberichten zufolge sollte die Kochzeit eines Schädels mit Haut und Haar mindestens 10 – 12 Stunden dauern, doch da unser „Knochen“ schon sehr schön abgeputzt und das Hirn mit dem Hochdruckreiniger rausgewaschen war, rechneten wir mit ca. 6 – 7 Stunden. Die Zeit verging wie im Flug - der Nachmittag war bestens durch Aktivitäten wie Bogenschießen, tratschen, heizen u.ä. ausgefüllt. Natürlich durfte auch „Schau ma mal, wie´s denn dem Schädel geht...“ nicht fehlen. Dieser wurde hin und wieder aus der Suppe rausgezogen und begutachtet. Wääääääääähhhhhhhhhhh – auf was haben wir uns denn da eingelassen......  Die Schnauze war durch die Kocherei bald sehr aufgeweicht und schwammig, das Fleisch hing in Fetzen runter und das Ganze hatte einen für moderne Nasen doch ziemlich ungewöhnlichen Geruch. Eine Suppe mit Regenwasser ohne Salz und Gewürze ist halt doch nicht Jedermanns Sache. Endlich, um ca. 18.30, gestärkt durch eine Pizza, schnappten wir den Schädel aus der Wanne und begannen, das restliche Fleisch vom Knochen abzuziehen bzw. abzuschaben. Bei manchen von uns regte sich die Pizza im Magen, doch die Arbeit ging ohne größere Probleme von der Hand. Das Fleisch und die Knorpel lösten sich wunderbar von dem Gebein, alles war eine ziemlich gallertartige Masse mit - wie bereits gesagt - ziemlich ungewöhnlichem Geruch. Nun wissen wir, wie sich Pathologen fühlen, wenn eine halbwegs frische Wasserleiche zum Untersuchen angeliefert wird... Den Rest an hartnäckigem Fleisch spritzten wir kurzerhand mit dem Hochdruckreiniger weg. Ein Hoch auf die moderne Technik! Um ca. 19.30 Uhr war der Schädel sauber und wir waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Wir hätten nicht gedacht, dass diese Schädel-Kochaktion so wunderbar funktionieren würde. Nach ca. 3 Wochen Lagerzeit in der Garage haben sich die letzten schlechten Gerüche auch verloren. Zum Bleichen und zur Desinfektion kann man den ganzen Schädel noch mit Wasserstoff – Peroxyd einpinseln, doch wir werden versuchen, ohne diese Chemie auszukommen. Mal sehen .....  Nachtrag: Diese Aktion werden wir bald wiederholen, denn wir haben beim Spaziergang im Wald weitere Schädelknochen gefunden.....
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